"Förster Dagobert aus Rodenberg und die Teufelsbrücke im Deister."

Eine Sage aus dem Mittelalter von Fritz Thörner.

 

Es ging der Förster Dagobert
aus Rodenberg am Deister,
weil es zu seinem Stand gehört,
zur Pirsch als Jägermeister.
Als aus dem Wald er kehrt zurück,
sah noch im Deister er zum Glück,
an einer Waldesecke,
den Hirsch er im Verstecke.

 

Der Jäger streckte nieder ihn.
Doch, als er seine Beute
wollt holen, kam ihm in den Sinn,
daß dies nicht möglich heute.
Die Beeke lag dazwischen, und
war angeschwollen zu der Stund,
so daß der Jägermeister
ratlos dastand im Deister.

 

Als Dagobert darüber sann,
was er nun machen sollte,
kam Satanas, der Teufel, an,
aus Not er helfen wollte.
Drauf baute er im Handumdrehn
die Teufelsbrücke, wunderschön.
Dem Jäger blieb erschrocken
dabei der Atem stocken.

 

Vom Schreck erholt, nahm er den Hirsch,
den er erst ausgenommen,
und trug die Beute seiner Pirsch,
die glückhaft er bekommen,
ins Grafenschloß, der Graf erfreut,
belohnte die Aufmerksamkeit.
Der Förster - gar nicht übel -
begab sich ins Bräustübel.

 

Dort traf der Jäger Zecher an,
die saßen bei dem Biere.
Das Abenteuer sollten dann
anhören alle Viere.
Als er begann die Teufelsmär,
wurd ausgelacht, verhöhnt er sehr,
sodaß dem armen Tropfe
heiß stieg das Blut zu Kopfe.

 

Der Förster auf den Tisch schlug fest,
daß alles sich entfetzte.
Er trank sein Bier aus bis zum Rest,
die Zecher dies ergötzte.
Dä Düwel schall meck holen dann,
"wennt wahr nich is!" so rief der Mann.
Der Teufel ist gekommen
und hat ihn mitgenommen.

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